Holzbauweisen


Den Bauherren stehen verschiedene Holzbauweisen zur Verfügung, wobei die einzelnen Arten auch kombiniert werden können. Die Entscheidung für die eine oder andere Holzbauweise wird von den architektonischen Voraussetzungen abhängen, denn mit Holz sind alle Varianten möglich. So wird man für Bögen beispielsweise Brettschichthölzer (BSH) verwenden die der Form entsprechend verleimt sind. Für gerade Bauteile werden Kanthölzer und für flächige, großformatige Platten aus kreuzweise verleimten Brettern (im Format max. 2,95m x 16,50m) verwendet.    
              

MASSIVHOLZBAU

Der Massivholzbau ist sehr stark im Kommen. Die Bauteile bestehen meist aus massivem Holz, das verleimt, kreuzverleimt, gedübelt oder genagelt sein kann. In seltenen Fällen werden dafür auch Holzwerkstoffe, wie beispielsweise Spanplatten oder OSB-Platten verwendet.

Der Hauptteil des Tragsystems besteht immer aus einem tragenden Kern, der aus Massivholz oder Holzwerkstoffen gebildet wird. Die Dämmung wird bei dieser Holzbauweise von außen auf das Tragwerk aufgebracht, die Stärke wird je nach Anforderung variieren. Mit einer durchgehenden Wärmedämmung werden Wärmebrücken weitgehend vermieden. Je nach Wunsch können hinterlüftete Holzfassaden oder mineralische Putze gewählt werden.

Der flächige Massivholzteil übernimmt die Funktion des Tragwerks und der Raumbildung. Die aus ein, drei, fünf oder mehr Lagen bestehenden Großtafeln aus Holz können im Innenraum sichtbar belassen oder bekleidet werden.

Massivholzbauelemente nehmen die Feuchte aus der Raumluft auf, speichern sie und geben sie in trockenen Perioden wieder ab. Ein weiterer Vorteil der verleimten Massivholzbauweise ist auch die Luftdichtheit der Gebäudehülle, die sich allein schon durch die großformatige Platte (bis max. 2,95 m x16,50 m) selbst ergibt. Da Holz ein relativ guter Dämmstoff ist, der bei entsprechender Masse Wärme sehr lange speichern kann, hat man bei Verwendung der Holzmassivbauweise ein sehr „träges“ Feuchte-, Schall- und Wärmeverhalten, das sich äußerst günstig auf das Klima innerhalb des Gebäudes, sowohl im Winter als auch im Sommer, auswirkt.

Der Massivholzbau eignet sich auch für den mehrgeschoßigen Bau. Insbesondere kreuzweise verleimte Vollquerschnitte sind für hohe Lasten geeignet.


RIEGELBAU


Beim Holzriegelbau werden einzelne Kanthölzer in einem Stabwerk (oder Fachwerk) zu einem Wandgerüst zusammengesetzt. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Stäben werden mit Dämmmaterialien wie Mineralwolle - Steinwolle, Recycling Zellulose oder Schafwolle und dergleichen - aufgefüllt. Der Holzbauer schneidet die einzelnen Kanthölzer in seinem Betrieb so zu, dass die Montage vor Ort ähnlich einem Stecksystem erfolgen kann. Holzriegelwände werden heute vorwiegend im Industriebau dem gewerblichen und landwirtschaftlichen Bau verwendet. Die Fassaden dieser Holzbauweise werden meist mit Brettern verschalt, jedoch sind andere Fassadenausbildungen auch möglich.


RAHMENBAU


Der Holzrahmenbau ist eine Weiterentwicklung des Holzriegelbaus, bei der die einzelnen Wände des Gebäudes in gerade noch transportablen Einzelstücken vorgefertigt werden. Die Holzrahmenelemente werden in Großtafeln produziert und auf der Baustelle montiert. Dadurch verringert sich die Montagezeit. Der Vorfertigungsgrad richtet sich nach den individuellen Wünschen des Bauherrn, kann aber soweit erfolgen, dass Fenster und Türen inklusive der Elektro- und Sanitärinstallation in den Wand-, Decken- und Dachelementen vorinstalliert sind.

Der Rahmenbau eignet sich sowohl für den eingeschoßigen als auch für den mehrgeschoßigen Holzbau.


BLOCKBAU


Der traditionelle Blockbau kann als Ursprung des Massivholzbaus bezeichnet werden. Der moderne Blockbau mit Holz ist eine erprobte, seit Jahrhunderten weiterentwickelte Holzbauart. Dabei werden massive Kanthölzer in der Werkstätte des Zimmermeisters derart vorgefertigt, dass man sie auf der Baustelle ähnlich einem Legospiel zusammensetzen kann. Die Kanthölzer werden dabei in den einzelnen Höhenschichten nach Kränzen angeordnet.

Blockbauten aus Holz „arbeiten“ jahreszeitlich und wetterbedingt am meisten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. im Sommer) quillt das Holz, bei niedriger Luftfeuchtigkeit – trockener Luft – schwindet der Baustoff und damit die gesamte Wandkonstruktion aus Holz.

Der Zimmermeister plant diese Erscheinungen schon vor der Errichtung ein und setzt geeignete Maßnahmen. In manchen Fällen, bei Almhütten und dergleichen, werden vielfach keine Dämmungen in der Wandkonstruktion aus Holz eingebaut. Bei ganzjährig bewohnten Gebäuden sind für diese Holzbauweise zusätzliche Wärmedämmungen erforderlich.

 

weitere Informationen über Holzbauweisen unter www.proholz.at

Eine Liste von Planer und Architekten für Holzbau in Kärnten finden Sie unter Planer.