Holzschutz und Oberflächenbehandlung
      Beim Planen und Bauen mit Holz sollten einige Grundregeln beachtet werden. Wer die Grundsätze des konstruktiven und organisatorischen Holzschutzes berücksichtigt, kommt weitestgehend ohne chemischen Schutz aus.
   
Der konstruktive (bauliche) Holzschutz umfasst alle
- entwurfsbedingten,
- konstruktionstechnischen,
- bearbeitungstechnischen,
- verarbeitungtechnischen sowie
- bauphysikalischen
vorbeugenden Maßnahmen, mit denen eine unzuträgliche Feuchteänderung der verwendeten Hölzer und Holzwerkstoffe und daraus resultierende Schäden an Baustoffen und Konstruktionen vermieden werden.
Das bedeutet:
- Die richtige Auswahl des Holzes: Jede Holzart hat spezifische Eigenschaften, wie zum Beispiel Härte, Resistenz gegen Umwelteinflüsse oder Bearbeitbarkeit und Haltbarkeit.
- Schutz vor direkter Bewitterung: So schützen zum Beispiel genügend große Dachvorstände die darunterliegenden Bauteile wie Fassaden und Fenster.
- Schutz vor Spritzwasser: Das erreicht man unter anderem indem man beim Montieren von Holzsäulen einen mindestens 30 Zentimeter großen Abstand gegenüber dem natürlichem Niveau einhält.
- Schutz vor Tauwasser: Das bedeutet eine bauphysikalisch richtige Ausführung
Schutz vor Kapillarwasser: Daher sollten beispielsweise zu enge Fugen vermieden werden.
- Schutz vor aufsteigender Feuchte: Das erreicht man etwa durch Isolierbahnen.
- Möglichst kein direkter Erdkontakt
- Wasser sollte immer ungehindert und rasch abrinnen können. Eine kurzfristige Befeuchtung stellt keine Gefahr dar, eine längerfristige Befeuchtung jedoch schon.
- Möglichst kein Kontakt zu stehendem Wasser
- Besonders das Hirnholz sollte vor Wasserzutritt geschützt werden
Den Chemischen Holzschutz sollte man nur dann anwenden, wenn es unbedingt notwendig ist, zum Beispiel bei Holzstützen in der Erde oder dem Holzrost im Garten.
Organisatorischer Holzschutz ist die richtige Behandlung des Holzes von der Schlägerung bis zur Baustelle und stellt im Prinzip ein logistisches Problem dar. Das Holz darf nach der Schlägerung nicht zu lange im Wald liegen gelassen werden, wo es ungeschützt den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Das selbe gilt für das nicht zeitgerechte Entrinden und Aufsägen des Holzes. Auch die richtige Lagerung und der Schutz während des Transportes spielen beim Organisatorischen Holzschutz eine entscheidende Rolle.
So kann durch eine falsche Lagerung von Holzfertigteilen auf der Baustelle und durch einen Transport derselben ohne geeigneten Witterungsschutz viel an zuvor investierter Sorgfalt wieder zunichte gemacht werden.
 


proHolz Kärnten : Bauen mit Holz
       
   
  last update 05.02.2003    
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